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Klimawandel der Herzen

  26.01.2020

Nicht äußere Aktivitäten sondern innere Hingabe!

Gedanken von Pfarrer Gereon Beese zur (nebenstehenden) Monatsbotschaft vom 25. Januar 2020


Die Zukunft dieser Erde ist ein Thema, das zu jeder Zeit aktuell ist. Im Moment steht die Frage des Klimawandels ganz oben auf der Agenda der öffentlichen Themen, weil mit dem Anstieg der Temperaturen dramatische Veränderungen der Natur, des Klimas, der Fruchtbarkeit der Erde und damit auch wirtschaft- liche Interessen verbunden sind. „Fridays for future“ heißt die allen bekannte jugendliche Bewegung, die mit Schulstreiks einen Bewusstseinswandel erreichen möchte. Davon angesteckt sind auch schon zahlreiche Prediger, die selbst zu Weihnachten den Klimawandel zum Zentrum ihrer Heilsbotschaft machten. Natürlich ist die Bewahrung der Schöpfung auch ein religiöser Auftrag, den wir nicht vernachlässigen dürfen. Die erste Monatsbotschaft des Neuen Jahres, die Maria uns heute schenkt, macht aber deutlich, dass es weitere wichtige Baustellen gibt, um die wir uns kümmern sollten. Auch bei ihr ist von der Zukunft der Welt die Rede. Diese Zukunft werden wir aber nicht verbessern, indem wir unseren Alltag oder unsere tägliche Arbeit bestreiken und blockieren. Nicht die erfolgreiche Senkung der Außentemperatur wird zum Erfolgsmaßstab, sondern die Steigerung unserer inneren Hingabe an die Gegenwart Gottes und seiner Liebe. Heiligkeit wird zum Erkennungszeichen für die Zukunftstauglichkeit, die wir brauchen, um das Anbrechen des Gottesreiches erkennen und verwirklichen zu können. Nun ist Heiligkeit kein attraktives Werbewort für den Menschen von heute. Die meisten winken ab bei dieser Überschrift, weil sie Weltfremdheit, Spaßbremsen und Realitätsverlust wittern. Dennoch legt uns die Gottesmutter die Heiligkeit ans Herz und sagt deutlich, wie wir sie leben können. Natürlich ist ihre Therapie das Gebet. Für uns nicht überraschend, da sie uns jedes Mal neu zum Gebet ermutigt. Diesmal ist sogar von „noch mehr“ Gebet die Rede, bis die Heiligkeit der Vergebung spürbar wird. Auf allen Ebenen verstricken sich die Menschen in Vorwürfe und Unterstellungen, die den anderen verurteilen und entwerten. Dieser Teufelskreis kann  nur überwunden werden, wenn wir aufhören, zu erwidern und heimzuzahlen. Vergebung bedeutet, auf Anfeindung nicht mit gleicher Münze zu antworten, sondern auf einer neuen Ebene Anerkennung und Wertschätzung spüren zu lassen. Den Menschen, der mich provoziert, nicht zu reduzieren auf seine Fehler und Schwächen, sondern ihn mit dem Blick Gottes zu sehen, der uns aus aller Minderwertigkeit heraushebt, egal was jemand gesagt, angestellt oder vermasselt hat.  Heiligkeit wird so zum Maßstab für den Klimawandel des Herzens. Maria ist die, die das vom ersten Augenblick an verinnerlicht und gelebt hat. Deshalb gibt es keine Bessere, die mit uns für eine gute Zukunft kämpft. Deshalb schickt Gott sie zu uns.  (Pfr. G. Beese)


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