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"Herrgottsschnitzer" oder "Wanderer Gottes"?

  28.01.2017

Fast 90 Jahre dauerte seine irdische Wanderschaft: Very (Xaver) Schweier hat sie jetzt beendet - und wir dürfen darauf vertrauen, dass er jetzt das von ihm selbst gesteckte Ziel erreicht hat: "Näher mein Gott zu dir, näher zu dir!"

Blick auf die Kirche; Frühjahr 1987

Blick auf die Pfarrkirche in Medjugorje im Frühjahr 1987, als Very Schweier erstmals dorthin pilgerte.


Doch der Reihe nach:

Als vom 11. - 20. April 1987 die ersten Pilger, die später den Medjugorjekreis Köln bilden sollten, sich auf den Weg nach Medjugorje machten, war Very mit seiner Ehefrau Anneliese und Tochter Ursula mit dabei - und auch danach, als die ersten Gebetskreise entstanden, die monatliche Fußwallfahrt nach dem Kloster Knechtsteden organisiert und der Medjugorjekreis Köln e.V gegründet wurden, gehörten Very und Anneliese zu den tatkräftigen Helfern.

Als für die Fußwallfahrt ein Vortragekreuz und ein Tragegestell für die Statue der "Rosa Mystika" benötigt wurden, war es für den in seiner Freizeit als "Herrgottsschnitzer" tätigen Very eine Ehrensache, dies zu fertigen. Ja, außer für die vielen Krippenfiguren, die in seinen Händen liebevoll Gestalt annahmen, opferte er auch seine Freizeit um für die Klosterkapelle von Pater Hubert eine wunderschöne Marienstatue und einen "tatkräftigen Hl. Josef" zu schnitzen.

Doch bald darauf wurde ihm ein unerwartetes, schmerzhaftes Opfer abverlangt: Eine Blutvergiftung führte ihn an die Schwelle des Todes. Zwar konnte er nach langem Kampf wieder aus dem Krankenhaus nach Hause heimkehren, aber nur um einen hohen Preis: Die Fingerkuppen an beiden Händen, mit denen er vordem zur Ehre Gottes geschnitzt hatte, mussten amputiert werden.

Very hat darüber nicht gehadert, sondern dieses Opfer getragen. Die zusätzlichen gesundheitlichen Einschränkungen erlaubten es ihm dann auch nicht mehr, an den Fußwallfahrten und anderen Gebetstreffen teilzunehmen. Auch das hat er in Geduld angenommen - gleich Hiob im Alten Testament mit den Worten "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen. Der Name des Herrn sei gepriesen."

Aus dieser Zeit der schweren Erkrankung, seinem Kampf mit dem "Sensenmann",  stammt wohl auch der Text des Gedichtes "Der Wanderer Gottes", dass sich im Nachlass von Very befand.

Am Fest Mariä Lichtmess sind wir eingeladen, Very auf der letzten irdischen Wanderschaft zu begleiten, wenn wir um 11.00 Uhr bei der Hl. Messe in der St.-Elisabeth-Kirche in 50767 Köln-Pesch, Kapellenweg, seine Seele dem Schöpfervater anempfehlen und in Verys Liedwunsch mit einstimmen "Näher mein Gott zu Dir", bevor wir dann seinen irdischen Leib zu Grabe tragen.

 




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