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"Spielmann Heinrich": Für den Himmel geboren!
Über mehr als 30 Jahre hat Heinrich, der erst in seiner 2. Lebenshälfte seine besondere musikalische Begabung, nämlich Gesang und Gitarrenspiel zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen verwirklichen konnte, uns bei den regelmäßigen Gebetstreffen, bei den Pilgerfahrten nach Medjugorje und bei den monatlischen Fußwallfahrten zum Kloster Knechtsteden, erfreut.
Mehr im Verborgenen, aber zur um so größeren Freude seiner Mitmenschen, hat Heinrich seinen Dienst danach im Kreis der Kranken und Senioren fortgesetzt: Musik und Gesang, gespeist, aus einem tiefen marianischen Glauben und seiner natürlichen rheinischen Fröhlichkeit. Auch ihm selber, dem in seinem Leben manches Harte nicht erspart blieb -durch dass er aber nicht innerlich "gebrochen" sondern gereift ist-, hat die Musik immer wieder neue Kraft gegheben. Bereits, zu Heinrich's 80. Geburtstag, hat jemand diesen Lebensabschnitt in einem Lied mit folgenden Versen skizziert.:
.....Doch dann nimmt er seine Gitarre / und geht ins Seniorenheim. Da ist’s, als ob jeder nur harre / auf’s Lied aus der Kindheit daheim. Da singt er aus tiefstem Herzen / gepaart mit der Saiten Klang(k) / Vergisst alle eigenen Schmerzen, / Er weiß um der Alten Dank!
Das ist, was auch Gott Dir wird danken! / Das ist es, wozu dein Talent, / gebraucht wird bei Alten und Kranken, / gebraucht wird am Lebensend! Die Engel, die werden dich tragen / dafür einst ins Himmelreich. / Doch weil wir dich gern noch hier haben, / sei’s bitte noch nicht sogleich!
Nein, nicht "sogleich", aber jetzt, 9 Jahre später, am letzten Samstag im Marienmonat Mai war es dann doch soweit: Die weitere Lebenszeit, zusammen mit seiner Elisabeth, am Rande des örtlichen "Heilteichs" in seiner Wahlheimat Marienheide war erfüllt. Die Enten und Gänse am Heilteich brauchten nicht mehr gefüttert zu werden und auch die vielen gemeinsamen Gebetszeiten von Heinrich und Elisabeth in der nahe gelegenen Wallfahrtskirche "St. Mariä Heimsuchung", -die an Mariens Besuch bei Elisabeth erinnert- hatten ein Ende. Heinrich hatte seine von Gott geschenkten Gaben und Talente "zur Freude des Herrn und seiner Mutter" eingesetzt bis auch die letzten Kräfte schwanden. Vor der Welt weitgehend verborgen, aber in Gottes und Mariens Herzen für immer aufbewahrt.
Und wenn dies auch am Ende des Marienmonats Mai gewesen ist, so passt doch die nachstehende kleine Geschichte, die von der Weihnachtszeit und einem "Klosterbruder Heinrich" handelt - und die ebenfalls bereits zum 80. Geburtstag unseres "Sangesbruder Heinrich" vorgetragen wurde, ganz in das Leben und Sterben unseres Freundes Heinrich.
Von einem strengen und geisterfüllten Kloster wird berichtet, in dem die Mönche 1 x im Jahr, am Heilig Abend, alle vor den Bildstock in der Kirche gehen auf dem die Muttergottes ihren kleinen Jesus der Welt hinhält. Und jeder der Mönche darf an diesem Abend ein Geschenk vor den Bildstock legen; etwas, was er mit viel ernsthafter Mühe im Laufe des Jahres hergestellt hat. So treten sie auch dieses Jahr am Heiligabend in die mit schwachem Kerzenlicht erleuchtet Kirche und legen ihre Gaben ab:
Bruder Gänsekiel bringt die Bibel, die er im Laufe des Jahres selber mit der Hand abgeschrieben hat.
Bruder Pinselstrich bringt das Bild vom jüngsten Gericht, dass er sorgfältig in tausend Farben im Laufe der 12 Monate gemalt hat.
Und Bruder Goldschmied bringt den goldenen Messkelch, den er nach vielen Versuchen endlich in einer erhabenen Form gestaltet hat.
Nur Bruder Heinrich, dessen Aufgabe es ist, den ganzen Tag die Klostergänse und -Enten zu betreuen, hat nichts vorzuweisen. Und seine Fidel, mit der er tagsüber die Gänse anlockt, darf er in diesen Heiligen Ort, der ehrwürdigen Kirche, nicht erklingen lassen.
Und so setzt er sich ganz traurig in einen Winkel der Kirche und bleibt -unbemerkt von seinen Mitbrüdern- dort sitzen, als sie alle, einer nach dem Anderen zurück in ihre Klosterzelle gehen.
Als aber am frühen Weihnachtsmorgen der Bruder Küster im Halbdunkel die Kirchentür aufschließt, hört er drinnen, beim Marienaltar, leise, wundersame Melodien. Beim Nähertreten sieht er den „Bruder Heinrich“ der immer noch dort ist und der Madonna und ihrem Neugeborenen die schönsten Lieder vorspielt.
Und die Madonna, so berichtet Bruder Küster später, habe wunderbar sanft gelächelt und das Jesuskind sei vom Arm seiner Mutter herunter geglitten, habe sich neben Heinrich auf die harte Bank gesetzt und bei jeder neuen Melodie vor Freude mit den Händen geklatscht.
Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, dass habt ihr mir getan
